Erich Viehweg (11.02.1880 - 23.04.1950)

Erich Viehweg gehörte zu den markantesten Persönlichkeiten des sächsischen Schulwesens. Ihm  galt die Achtung und Verehrung der sächsischen Lehrerschaft.

Die Arbeit für die Schule und in der Schule war der wichtigste Lebensinhalt Viehwegs.

1900 trat er seine erste Lehrerstelle in Dresden-Tolkewitz an.

In den Kindheitserinnerungen dreier Schnitzerjungen aus Dresden-Tolkewitz, die 1971 in New York erschienen, heißt es, dass der Lehrer Viehweg ein gerechter, nicht nachtragender Lehrer gewesen sei, der oft neue Unterrichtsmethoden besonders im Religions- und Singeunterricht anwandte, selbst Violine im Unterricht spielte, aber in den Anfangsjahren auch gelegentlich den Rohrstock gebrauchte.

Bei einem späteren Treffen sei er allerdings sehr verlegen und beschämt gewesen, als er daraufhin angesprochen wurde, und erklärte, dass er ein entschiedener Gegner der Prügelstrafe geworden sei.

Bald gehörte er zu den führenden Männern des fortschrittlichen sächsischen Lehrervereins.

Da Viehweg überall im Brennpunkt der schulpolitischen Arbeit stand, berief man ihn 1920 zum Schriftleiter der "Sächsischen Schulzeitung". Auch nach seiner Ernennung zum Schulrat 1923 blieb er Mitarbeiter dieser Zeitung. Bereits als junger Lehrer setzte er sich für die Weltlichkeit des Schulwesens und die Einführung des Lebenskundeunterrichts als Alternative zum Religionsunterricht ein.

Nachdem in Deutschland der Faschismus an die Macht gekommen war, wurde seine Arbeit schwieriger. Er war der erste sächsische Schulrat, der seines Postens enthoben wurde. Nach Kriegsende war er für kurze Zeit Schulrat in Löbau und wurde dann zum Ministerialdirektor in die sächsische Regierung berufen. Er arbeitete maßgeblich an der Demokratisierung des Schulwesens nach 1945 mit und setzte sich in allererster Linie für eine weltliche und demokratische Schule ein, in deren Mittelpunkt jeglicher Bemühungen die Kinder (und nicht politische Aspekte) standen.